Deutscher Startup Monitor 2016: Die wichtigsten Fakten der großen Gründerstudie (t3n)

 Deutscher Startup Monitor 2016: Die wichtigsten Fakten der großen Gründerstudie
(Grafik: KPMG)

Zum vierten Mal wurde mit dem Startup Monitor ein umfassendes Bild der deutschen Gründerszene eingefangen. Unser Partner t3n hat einen Blick auf die wichtigsten Zahlen und Fakten der groß angelegten Studie geworfen.

Deutscher Startup Monitor 2016: Gründerstudie geht in die vierte Runde

Seit 2013 führt der Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) gemeinsam mit KMPG und Partnern aus dem akademischen Bereich jährlich eine Studie über die Entwicklung der deutschen Startup-Szene durch. Die Studie trägt den Titel Deutscher Startup Monitor und ist jetzt in der aktuellen Ausgabe für 2016 erschienen. Die Untersuchung beleuchtet die hiesige Gründerszene und gibt ihre Entwicklung anhand konkreter Zahlen wieder.

Die diesjährige Studie repräsentiert 1.224 Startups, 3.043 Gründer sowie insgesamt mehr als 14.500 Mitarbeiter aus dem Startup-Sektor. Ein Startup wird im Rahmen der Studie als ein Unternehmen definiert, das nicht älter als zehn Jahre ist, dessen Technologie und/oder Geschäftsmodell als innovativ zu bezeichnen ist, und das ein außergewöhnliches Mitarbeiter- oder Umsatzwachstum aufweist oder anstrebt.

Deutscher Startup Monitor 2016: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Durchschnittliche Mitarbeiterzahl ist gesunken

  • Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ist im Vergleich zum Jahr 2015 um zirka drei Mitarbeiter gesunken. Hierbei gibt es allerdings starke regionale Unterschiede: In Berlin und München gab es im Schnitt sogar einen Anstieg bei den Mitarbeiterzahlen von Startups, während es in Hamburg einen Einbruch von vormals 19,7 Mitarbeitern auf nunmehr nur noch 5,5 Mitarbeiter gab.
  • In diesem Jahr ist der Anteil der Startup-Mitarbeiter ohne deutsche Staatsbürgerschaft von 22 Prozent auf 30,7 Prozent gestiegen. Davon sind 18,9 EU-Bürger und 11,8 Prozent stammen aus dem außereuropäischen Ausland. Wie in den vergangenen Jahren ist vor allem Berlin sehr international: Der Anteil ausländischer Mitarbeiter liegt hier bei 42,3 Prozent. In München liegt die Quote bei 36,1 Prozent. Die wenigsten Ausländer werden bei Hamburger Startups beschäftigt (11,2 Prozent).
  • In den kommenden Jahren planen die befragten Startups mehr als 5.600 neue Stellen zu schaffen. Im Schnitt will jedes Startup demnach 6,6 Neueinstellungen vornehmen. Dieser Wert liegt deutlich unter den 8,3 Neueinstellungen, die der Startup Monitor 2015 ermittelt hatte.
  • Die meisten Neueinstellungen planen Berliner Startups mit durchschnittlich 11,8 Neueinstellungen pro Unternehmen. Mit nur 4,3 Neueinstellungen bildet Hamburg das Schlusslicht.
Deutscher Startup Monitor 2016: Gründer blicken optimistisch in die Zukunft. (Screenshot: Deutscher Startup Monitor 2016)
Deutscher Startup Monitor 2016: Gründer blicken optimistisch in die Zukunft. (Screenshot: Deutscher Startup Monitor 2016)

Deutsche Startups blicken optimistisch in die Zukunft

  • 42,7 Prozent der Startups beurteilen ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut. 46,6 Prozent halten sie für befriedigend. Nur 10,7 bewerten ihr derzeitige Lage als schlecht.
  • 72,9 Protent der Startups glauben, dass sich ihre Lage in den kommenden sechs Monaten verbessern wird. 24,5 Prozent gehen von keiner größeren Veränderung aus, während 2,7 Prozent damit rechnen, dass sich ihre Geschäftslage verschlechtern wird.

Frauenquote wächst weiterhin

  • Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der weiblichen Gründer nochmal um 0,9 Prozent auf insgesamt 13,9 Prozent gestiegen. Ihr Altersschnitt unterscheidet sich kaum von dem männlicher Gründer: Bei der Gründung sind Frauen im Schnitt 36,4 Jahre alt, während Männer im Schnitt 36,3 Jahre alt sind. Den mit Abstand höchsten Anteil an weiblichen Gründern nach Region gibt es in Hamburg mit 23,3 Prozent. Das Schlusslicht bildet hier München mit nur 8,1 Prozent Gründerinnenanteil.
  • 45,6 Prozent der Studienteilnehmer sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. Vor drei Jahren lag dieser Wert noch bei 55,5 Prozent. Dafür ist der Anteil der Gründer ab 45 Jahren im selben Zeitraum von 9,6 Prozent auf 19,7 Prozent angestiegen. Das Durchschnittsalter für die erste Gründung liegt laut der Untersuchung bei 27,3 Jahren.
  • Knapp jeder zehnte Gründer in Deutschland besitzt keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht im Großen und Ganzen der Erhebung vom letzten Jahr. Allerdings ist der Anteil der Gründer aus anderen EU-Staaten von 6,2 Prozent auf 3,8 Prozent gefallen. Dafür wurden dieses Jahr mehr Gründer aus Nicht-EU-Staaten erfasst (4,2 statt 2,8 Prozent).

Die meisten Startups werden im Team gegründet

  • 74,9 Prozent aller erfassten Startups wurden im Team gegründet. Die Quote war seit 2013 kontinuierlich gestiegen, fiel jetzt aber zum ersten Mal und liegt damit sogar unter dem Wert des ersten Deutschen Startup Monitors (76,4 Prozent).
  • 77 Prozent aller Männer gründen ein Startup im Team, während dieser Wert bei Frauen nur bei 65,6 Prozent liegt. Nach Regionen sortiert finden sich in Berlin mit 83,1 Prozent im Schnitt die häufigsten Team-Gründungen. Danach folgt München mit 80,2 Prozent.
Deutscher Startup Monitor 2016: Die wichtigsten Startup-Regionen auf einem Blick. (Screenshot: Deutscher Startup Monitor 2016)
Deutscher Startup Monitor 2016: Die wichtigsten Startup-Regionen auf einem Blick. (Screenshot: Deutscher Startup Monitor 2016)

Gründer sind zufriedener als Angestellte

  • In Anlehnung an die jährliche Gallup-Umfrage zur Zufriedenheit von Angestellten erfasst auch der Deutsche Startup Monitor die Zufriedenheit der Gründer auf einer Skala von 0 bis 10. Während die durchschnittliche Lebenszufriedenheit von Gründern im Jahr noch 2015 noch bei 8 Punkten lag, sind es 2016 nur noch 7,3 Punkte. Damit sind Gründer aber immer noch zufriedener als Angestellte, allerdings nur noch um 0,2 Punkte.

Berlin bleibt Spitzenreiter

  • 17 Prozent aller Startups sitzen in Berlin. Damit bleibt die bundesdeutsche Hauptstadt die wichtigste Startup-Region noch vor der Metropolregion Rhein-Ruhr mit 14,1 Prozent. Der dritte Platz entfällt auf die Region Stuttgart/Karlsruhe mit 8,9 Prozent. München ist mit 7 Prozent die viergrößte Startup-Region Deutschlands.

Gut 10% aus Niedersachen

  • Erstmals als eigener Startup-Hub aufgeführt ist die Region Hannover/Oldenburg, auf die 6,9 Prozent aller deutschen Startups entfallen. Beim letztjährigen Startup Monitor waren 3,3 Prozent aller deutschen Startups in Niedersachsen angesiedelt. Bei der aktuellen Befragung ergab sich mit 10,7 Prozent ein deutlich höherer Wert. Das erfolgte auf Basis einer gemeinsamen Bewerbung und Kooperation der Initiative Gründerimpuls mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls, dem Entrepreneurship Center Braunschweig-Wolfenbüttel sowie, dem hannoverschen t3n-Magazin als Medienpartner.

Quelle: http://t3n.de/news/deutscher-startup-monitor-2016-2-756638/

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